Ein frischer Kratzer auf dem Parkett zieht sofort alle Blicke auf sich — vor allem wenn Besuch angekündigt ist. Ich bemerkte das neulich nach dem Umstellen eines Sofas und dachte: Muss das gleich ein Handwerker richten?
Viele übersehen einen simplen Hausmittel‑Versuch: Zahnpasta. Warum du das jetzt lesen solltest: gerade in der trockenen Heizperiode werden Kratzer sichtbarer und eine schnelle Lösung kann teuereren Eingriffen den Wind aus den Segeln nehmen.
Warum das funktioniert — und warum nicht immer
Kurz gesagt: Zahnpasta wirkt wie ein sehr feines Schleifmittel und Füllstoff zugleich. Sie glättet kleine Unebenheiten, poliert den Lack minimal und füllt feine Rillen, so dass Licht weniger „hakt“ und der Kratzer optisch verschwimmt.
Nicht jede Zahnpasta passt — und nicht jedes Parkett ist gleich. Auf geöltem oder rauem Naturholz kann Zahnpasta sogar schaden.
Wie ich das getestet habe
In meiner Praxis habe ich es an verschiedenen Proben ausprobiert: lackiertes Fertigparkett, geölte Dielen und Laminat. Ergebnis: bei feinen, oberflächlichen Kratzern auf lackiertem Parkett oft ein brauchbarer Schnellretter. Bei tiefen Kratzern und geölten Oberflächen: Finger weg.

Welche Zahnpasta nehmen? (Kurzcheck)
- Nur weiße, nicht‑gelige Zahnpasta verwenden — keine Whitening‑Formeln.
- Keine Pasten mit groben Körnern oder Fruchtextrakten.
- Günstige Drogerie‑Produkte aus DM oder Rossmann reichen völlig (Preis: ~1–3 €).
- Immer vorher an einer unauffälligen Stelle testen.
Praktischer 5‑Schritte‑Hack
- Reinige die Stelle mit leicht feuchtem Tuch und trockne sie komplett.
- Trage eine erbsengroße Menge weiße Zahnpasta auf ein weiches Tuch.
- Reibe in kreisenden Bewegungen sehr sanft über den Kratzer (10–20 Sekunden).
- Wische Rückstände mit einem feuchten Tuch ab und trockne.
- Optional: ein paar Tropfen Olivenöl oder Möbelpolitur auftragen, um Glanz und Schutz zu verstärken.
Teste immer zuerst an einer unauffälligen Stelle — das schützt vor bösen Überraschungen.
Praktische Hinweise für Deutschland
In deutschen Wohnungen sind viele Böden Fertigparkett mit Lack. Das ist ideal für diesen Trick. In Baumärkten wie Hornbach, Obi oder Bauhaus bekommst du aber auch Möbel‑Kits (Wachs‑Sticks, Retuschierstifte) ab ~3–10 €, die bei tieferen Kratzern besser wirken.

- DM/Rossmann: günstige Zahnpasta und Mikrofasertücher.
- Hornbach/Obi: Retuschierstifte, Wax‑Filler, Preise zwischen 4–12 €.
- IKEA: einfache Möbelpflegeprodukte, oft die günstigste Lösung.
Andere Tricks, die ich empfehlen würde
- Walnuss: die Öle dunkeln helle Kratzer etwas ab — bei geölten Böden praktisch.
- Möbelstift im Farbton deines Parketts: ideal für längerfristige Optik.
- Wachs‑Füller für tiefere Rillen; Kurzarbeit statt kompletter Dielen‑Austausch.
Fehler, die viele machen
- Zahnpasta auf rohes oder geöltes Holz — das bleibt fleckig.
- Zu grobes Reiben: statt zu verbessern, wird der Lack stumpf.
- Kein Test vorher — und dann ist der Fleck größer als der Kratzer.
- Erwartungen zu hoch: Tiefere Kratzer repariert Zahnpasta nicht.
Ich habe diesen Trick oft als kurzfristigen Rettungsanker genutzt — besonders vor spontanen Besuchen. Er fühlt sich an wie ein Mini‑Spachtel: kein Profi‑Finish, aber schnell und oft überraschend effektiv.
Und wenn es wirklich schlimm ist?
Bei tiefen Kerben hilft nur Nacharbeiten durch Abschleifen oder Austausch einzelner Dielen. Das kostet bei einem Tischler in Deutschland schnell mehrere hundert Euro. Daher: probier den Zahnpasta‑Hack erst, bevor du den Handwerker rufst.
Und jetzt du: Hast du den Zahnpasta‑Trick schon mal ausprobiert — oder schwörst du auf ein anderes Hausmittel? Schreib deine Erfahrung in die Kommentare, das hilft anderen Lesern (und mir) weiter.









