Sie zahlen jeden Monat mehr, ohne zu merken warum — und das Reizbild ist banal: Geräte, die nie richtig aus sind. Ich habe in meiner Arbeit als Elektriker immer wieder Haushalte gesehen, bei denen genau diese eine Gewohnheit die Stromrechnung in die Höhe treibt.
Lesen Sie weiter, wenn Sie gerade Ihre Rechnung anschauen: Ich zeige Ihnen, wie ich das berechne, wie realistisch die 500€ sind und vor allem: welche einfache Routine sofort Geld spart.
Warum das so auffällt — und warum jetzt handeln wichtig ist
Viele unterschätzen den Unterschied zwischen „aus“ und „wirklich aus“. In meiner Praxis fallen drei Dinge sofort auf:
- Mediengeräte, Router und PC laufen dauerhaft — oft im Standby, oft aktiv.
- Steckdosenleisten werden nicht ausgeschaltet (besonders hinter dem TV oder am Schreibtisch).
- Leute bemerken nur die Geräte, die sichtbar Strom ziehen, nicht die „kleinen Dauerverbraucher”.
Das Problem ist kein einzelnes defektes Gerät, sondern Routine. Und Routinen lassen sich ändern — schnell.
Wie aus einer Gewohnheit bis zu 500€ werden kann
Erklärung in einfachen Zahlen – ich rechne konservativ und als Worst-Case:
Konservatives Beispiel (normaler Haushalt)
- TV/Receiver/Box im Standby: ~20–30 W → ~175–260 kWh/Jahr → ≈ 70–104 €
- Router + Ladegeräte dauerhaft: ~15–25 W → ~130–220 kWh/Jahr → ≈ 52–88 €
Gesamt: Rund 120–200 € pro Jahr — allein durch nie ausgeschaltete Kleingeräte.

Worst-Case (Power-User / älteres Setup)
- Gaming-PC oder Always-On-Server: 100–200 W konstant → 876–1.752 kWh/Jahr → ≈ 350–700 €
- NAS, zweiteingebaute Geräte, alter Standby-Fernseher: weitere 200–300 kWh → ≈ 80–120 €
In solchen Fällen landet man schnell bei bis zu 500 € (oder mehr), weil Geräte dauerhaft laufen statt komplett auszuschalten.
Was Elektriker tatsächlich tun — und was Sie sofort prüfen sollten
In vielen deutschen Haushalten sehe ich dieselben Fehler. Hier die Checkliste, die ich bei jedem Einsatz durchgehe:
- Welche Geräte laufen 24/7 (PC, NAS, Drucker, Smart-Home-Hub)?
- Sind alte Netzteile oder Geräte mit hohem Leerlaufverbrauch verbunden?
- Gibt es Steckdosenleisten ohne Schalter oder ohne zentrale Abschaltung?
Der einfache Test
Sie brauchen kein Messgerät, aber ein kurzes Experiment hilft: Schalten Sie abends vor dem Schlafen eine TV-Steckdosenleiste komplett aus. Vergleichen Sie die nächste Rechnung — oder nutzen Sie einen Wochenvergleich. Ich habe das oft gemacht: Schon eine Woche hat den Unterschied spürbar gemacht.
7-Schritte-Hack: So sparen Sie sofort (konkret, deutsch-kompatibel)
Ich gebe Ihnen eine Routine, die sich in Deutschland leicht umsetzen lässt — keine teure Technik nötig.
- Besorgen Sie eine schaltbare Steckdosenleiste (MediaMarkt, Saturn, Obi, Bauhaus oder online bei Amazon/Lidl).
- Führen Sie eine Inventur: Alle Geräte notieren, die ständig Strom ziehen.
- Schalten Sie abendliche TV-/AV-Leisten komplett aus (nicht nur Standby).
- PC: Hibernate/Shutdown statt Sleep, oder Zeitplan einrichten (Windows: automatische Abschaltung).
- Router: Nur bei Bedarf neu starten, aber nicht als Grund, ihn 24/7 laufen zu lassen — prüfen, ob Energiesparmodus möglich.
- Chargers: Ladegeräte aus der Steckdose ziehen, wenn kein Gerät lädt.
- Messen wenn möglich: Ein kleines Energiekosten-Messgerät (~10–25 €) zeigt, wer wirklich Strom frisst.
Praktischer Tipp: Stecken Sie die Geräte auf einer zentralen, sichtbaren Leiste zusammen — das macht Abschalten zur Gewohnheit, fast wie das Licht ausmachen.

Ein Vergleich, der sitzt
Standby ist wie ein tropfender Wasserhahn: ein paar Tropfen heute, eine Pfütze am Monatsende. Oder anders: ein immer brennender kleiner Ofen, den Sie nicht spüren — aber bezahlen.
Feuergefahr & Sicherheit — warum Elektriker extra warnen
Neben den Kosten sind da noch Sicherheitsaspekte: Überlastete Steckdosenleisten, heiße Netzteile oder billige Mehrfachsteckdosen sind häufiger Grund für Kurzschlüsse. Bei mir im Einsatz habe ich oft alte Steckerleisten gegen geprüfte Typen ersetzt — das senkt Risiko und spart langfristig Geld.
Was Sie heute sofort tun können
- Schalten Sie jetzt die TV-Steckdosenleiste aus und beobachten Sie die Nacht.
- Kaufen Sie eine schaltbare Leiste beim nächsten Einkauf in Bauhaus oder Obi.
- Setzen Sie einmal im Monat einen Abschalt-Tag für alle unnötigen Geräte.
Wenn Sie nur eine Sache ändern: Machen Sie das Abschalten zur Gewohnheit. Das ist einfacher als ein neues Gerät und oft effektiver.
Kurzes Fazit — und eine Frage an Sie
Die Gewohnheit, Geräte nie vollständig auszuschalten, kostet viele Haushalte Hunderte Euro jährlich — in Extremfällen bis zu 500 €. Ein einfacher Schritt: Steckdosenleisten sichtbar und schaltbar machen, kann massig sparen und die Sicherheit erhöhen.
Was ist Ihr größter Stromfresser zuhause? Schreiben Sie’s in die Kommentare — ich antworte gern mit konkreten Spartipps.









