Verstopfter Abfluss wieder mal der Stimmungskiller vor dem Wochenende? Wenn Wasser langsam abläuft oder unangenehm riecht, willst du sofort handeln — aber nicht unbedingt mit teuren chemischen Rohrfreiern.
Ich bemerkte, dass viele Leute in Deutschland zuerst zur Chemiekeule greifen, obwohl oft Haushaltsmittel helfen. Doch Achtung: nicht alles, was als „Backpulvertrick“ kursiert, ist korrekt.
Les weiter jetzt: Ich erkläre dir, wann es wirklich funktioniert, wann es gefährlich ist und wie du es in drei klaren Schritten sauber machst — mit lokalen Tipps (DM, Lidl, Rossmann) und Preisen in Euro.
Warum Haushaltsmittel oft scheitern — und wann sie helfen
Viele übersehen den Unterschied: In Deutschland nennen wir „Backpulver“ oft das, was beim Kuchenbacken verwendet wird. Für den Sprudeleffekt im Abfluss brauchst du aber Natron (Natriumbicarbonat), nicht Backpulver.
Kurz gesagt: Die Mischung aus Natron und Essig erzeugt CO2-Bläschen, die Ablagerungen lockern. Sie ist keine Zauberwaffe gegen eingewachsene Baumwurzeln oder Metallteile.
Was die Mischung wirklich kann
- Lockert Fett, Seifenreste und leichten Haarfilm.
- Entfernt Gerüche durch chemische Neutralisation.
- Ist günstig: Natron kostet in Drogerien oft 1–3 € pro 500 g, Haushaltsessig 0,50–1,50 € pro Liter.
Wann du auf keinen Fall experimentieren darfst
- Nicht verwenden bei völligem Stau (Steine, komplette Blockade) — da brauchst du Rohrzange, Pümpel oder Fachmann.
- Nie mit Bleichmittel oder Abflussreinigern kombinieren. Nicht mit Bleichmittel mischen — es kann giftige Gase freisetzen.
- Bei sehr alten Metallrohren und sensiblen Dichtungen vorsichtig sein; Essig ist sauer und kann Langzeitschäden fördern.

Die Chemie dahinter — kurz und klar
Die Reaktion ist simpel: Natron (NaHCO3) trifft auf Essigsäure (CH3COOH) und setzt Kohlendioxid (CO2), Wasser und Natriumacetat frei.
Stell es dir so vor: Es ist wie eine Mini-Kohlensäureexplosion, die Schmutzpartikel anschwemmt — ähnlich wie die Kohlensäure einer Cola, die krümelige Reste lösen würde.
Konkreter Life-Hack: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Das habe ich mehrfach ausprobiert — in der Küche und im Bad — mit gutem Ergebnis bei leichten Verstopfungen.
- Was du brauchst: Natron (ca. 60 g), Haushaltsessig (150–250 ml), heißes Wasser, Trichter oder Tasse, Gummihandschuhe, Pümpel (bei Bedarf).
- Hinweis: In Supermärkten wie Rewe oder Discountern wie Aldi/Lidl findest du Essig sehr günstig; Natron gibt’s bei DM oder Rossmann.
So gehst du vor:
- Falls Wasser steht: Mit einem Becher so viel wie möglich abschöpfen.
- Gib etwa 60 g Natron direkt in den Abfluss (ein halber Becher). Nutze einen Trichter für saubere Dosierung.
- Gieße sofort 150–250 ml Essig nach. Du wirst ein lautstarkes Sprudeln hören — das ist gut.
- Decke das Loch kurz mit einem Stopfen oder einem nassen Tuch ab, damit der Druck in der Leitung arbeitet. Warte 15–30 Minuten.
- Spüle mit heißem Wasser nach (kein kochendes Wasser bei PVC — 60–70 °C ist sicherer). Wiederhole maximal 2×.
Praktische Zusatztricks
- Für hartnäckiges Fett: Nach der Prozedur eine Kelle heißes Wasser mit etwas Spülmittel nachgießen.
- Bei Geruch: Ein paar Tropfen Zitronensaft ins Nachspülwasser geben.
- Wenn’s nicht weggeht: Verwende zuerst den Pümpel, bevor du wieder mit Natron arbeitest.

Risiken und regionale Besonderheiten in Deutschland
In Altbauwohnungen mit alten Leitungen können saure Lösungen Dichtungen angreifen. In Neubauten mit PVC ist das weniger problematisch — aber vermeide kochendes Wasser, das PVC verformen kann.
Wenn du eine Kleinkläranlage oder Fettabscheider hast (bei manchen Häusern außerhalb der Stadt), sprich vorher mit dem Installateur — zu häufige Säureeinträge sind dort ungefragt.
Mein Fazit nach mehreren Tests
Ich war überrascht, wie oft diese Kombination kleinere Probleme behebt — vor allem in Küchenabflüssen nach fettreichen Kochabenden. Aber: es ist kein Ersatz für Werkzeuge oder Profis.
Wenn du regelmäßig Probleme hast, lohnt sich die Investition in eine Rohrspirale oder ein einmaliges Profi-Checkup durch einen Klempner in deiner Stadt (Stundensatz in Deutschland: je nach Region ca. 40–80 €).
By the way: Viele Hausmittel-Videos zeigen Backpulver — das ist in 90% der Fälle nicht optimal. Nutze Natron und halte dich an die Sicherheitsregeln.
Hast du diese Mischung schon ausprobiert? Oder kennst du ein besseres Hausmittel aus deiner Region (vielleicht aus dem Schrebergarten oder Oma’s Tricks)? Schreib’s in die Kommentare — ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.









