Ihr Abfluss ist wieder langsam? Ich habe es selbst gesehen: ein Küchenrohr, verstopft wie ein verstopftes Herz einer Stadt. Wenn Sie jetzt weitermachen und Öl hinunterkippen, kann das schnell richtig teuer und eklig werden — und zwar noch diese Woche.
Lesen Sie weiter, wenn Sie keine Lust auf Geruch, Handwerkerrechnungen und Ärger mit der Hausverwaltung haben. Ich erkläre, welches Öl gemeint ist, was im Rohr passiert und wie Sie es sofort und richtig entsorgen.
Welches Öl ist das Problem — und warum ist es so gefährlich?
Viele übersehen: Es geht nicht um das kleine Dressing, sondern um warme oder flüssige Speisefette — Bratfett, Frittieröl, ausgelaufenes Grillfett. Ich habe in Werkstätten gesehen, wie genau diese Reste Rohre blockieren.
Was im Rohr passiert
Warmes Fett fließt wie Wasser, aber sobald es abkühlt, wird es fest. Stellen Sie sich vor, Sie gießt heißes Wachs in einen dünnen Schlauch — irgendwann verstopft der Schlauch.
- Fett lagert sich an Rohrwänden ab und bildet Schichten wie eine fette Schicht in einer Pfanne.
- Mit Staub, Haaren und Essensresten wird daraus ein harter Pfropfen — das klassische Rohrmonster.
- In Altbauten mit dünnen Steigleitungen (typisch für viele deutsche Mehrfamilienhäuser) reichen kleine Mengen, um große Probleme zu erzeugen.
Warum Klempner Alarm schlagen
Ich habe mit Installateuren gesprochen: Sie sehen die Folgen Woche für Woche.

- Handwerkerkosten: Eine einfache Rohrreinigung kostet in Deutschland oft zwischen 80–150 €, bei größeren Verstopfungen wird es deutlich teurer.
- Geruchs- und Hygieneproblem: Stehendes Fett riecht, zieht Ungeziefer an und macht Schädlingsbekämpfung nötig.
- Hausschaden-Risiko: Überschwemmte Keller oder beschädigte Leitungen — besonders in Altbauwohnungen in Städten wie Berlin oder Hamburg.
- Hausgemeinschaften zahlen mit: In Mehrfamilienhäusern kann es Ausgaben für die ganze Wohnungsverwaltung geben.
Sofortmaßnahmen — was tun, wenn Sie gerade Öl runtergeschüttet haben
Keine Panik. Ich habe einfache Tricks getestet, die oft helfen, bevor der Profi kommen muss.
- Stoppen Sie sofort weiteres Wasserlaufen.
- Geben Sie niemals aggressive Chemie in gemischte Leitungen (das kann Rohre und Dichtungen beschädigen).
- Probieren Sie diese Reihenfolge: Warmes Wasser + Spülmittel, dann heißes Wasser in Etappen.
Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung (so habe ich es getestet)
- 1) Warten, bis das Fett abgekühlt ist, wenn möglich.
- 2) Gießen Sie 2–3 Esslöffel Spülmittel direkt in den Abfluss — Spülmittel emulgiert Fett.
- 3) Schütten Sie langsam heißes (nicht kochendes) Wasser in drei Etappen, jeweils 30–60 Sekunden Pause. Das kann Fett lösen und mitspülen.
- 4) Funktioniert das nicht: Saugen Sie mit einer Tauchpumpe oder benutzen Sie eine Saugglocke (Pümpel).
- 5) Bei hartnäckigen Fällen: Rohrspirale verwenden oder Handwerker rufen — besser jetzt als später, wenn es richtig teuer wird.
Wie Sie Öl richtig entsorgen — der einfache Alltags-Hack
Der beste Trick: Das Öl niemals erst in den Abfluss bringen. Ich mache das so — seit Jahren ohne Verstopfung.
- Kühle das Öl ab.
- Gieße es in ein altes Glas, leere Milchpackung oder eine PET-Flasche.
- Verschließen und in den Restmüll (Restmüll, nicht Bio!) oder bringen zur Sammelstelle.
- Für größere Mengen: Ab zur kommunalen Sammelstelle/Wertstoffhof — viele Städte in Deutschland akzeptieren Altöl für die Weiterverwertung zur Biodieselproduktion.
Ein schneller Life-Hack für viel Fett: Stelle eine leere, breite Dose neben die Herdplatte. Schöpfe nach dem Braten das Fett hinein, warte, bis es fest wird, und packe die Dose in den Restmüll.
Langfristige Lösungen, die wirklich helfen
Ein paar Gewohnheitsänderungen sparen Zeit, Geld und Nerven.

- Nutzen Sie ein Abflusssieb — es fängt Essensreste und verhindert, dass sich Fett an Anhaftungen festsetzt.
- Sammeln Sie Öl in einem Glasbehälter und bringen es gebündelt zum Wertstoffhof.
- Informieren Sie sich bei Ihrer Stadt: Manche Kommunen haben Sammelstellen oder Annahmetage für Speiseöle.
Stellen Sie sich vor, das Rohr ist eine Autobahn: Wenn ständig Lkw (Fett) an den Seiten parken, entsteht Stau — irgendwann blockiert die ganze Strecke.
Wann Sie den Fachmann rufen sollten
Rufen Sie, wenn das Wasser gar nicht mehr abläuft, es gurgelt oder unangenehm riecht. Und wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen: schnell handeln — das Problem betrifft oft mehrere Wohnungen.
Pro-Tipp aus der Praxis: Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos; die Hausverwaltung will Belege. Das spart Ärger bei der Kostenklärung.
Kurzes Fazit
Einfaches Mantra: Öl gehört nicht in den Abfluss. Einmal gießen, monatelang Ärger — so einfach ist das. Mit kleinen Gewohnheiten schützen Sie Leitungen, Geldbeutel und Nachbarschaft.
Und Sie? Haben Sie schon mal versehentlich Öl in den Abfluss gekippt — und was haben Sie danach getan?









