Du denkst, ein bisschen Bratöl in den Ausguss ist harmlos? Ich habe das Gegenteil gesehen: Einfache Küchengewohnheiten können innerhalb von Wochen zu stinkenden Verstopfungen und reparaturkosten in drei- bis vierstelliger Höhe führen. Lies das jetzt, bevor du das nächste Mal die Pfanne auskippst — es betrifft Klaranlagen in deiner Nachbarschaft genauso wie die Kanalisation deiner Stadt.
Warum das Problem so schnell eskaliert
Fette und Öle wirken zuerst unsichtbar. Warm und flüssig rutschen sie in den Abfluss, kühlen ab und werden zäh — wie Gummi.
- Sie kleben an Rohrwänden und ziehen Haare, Seifenreste und Essensreste an — das bildet schnell einen dicken Pfropf.
- Kleine Mengen sammeln sich an: Was du für harmlos hältst, summiert sich in Mehrfamilienhäusern innerhalb weniger Monate.
- Bei Regen gelangen Fette in die Kanalisation und belasten das Klärwerk — höhere Kosten für alle Steuerzahler.
Wie sich das anfühlt — meine Beobachtung
Als ich einen Klempner bei einem Rohr-Notfall in Berlin begleitet habe, stank es wie eine Mischung aus altem Fett und Kanal. Die Ursache war ein Liter gebrauchtes Bratöl, das mehrere Wohnungen gemeinsam entsorgt hatten. Der Monteur sprach von „Fatbergs“ — nein, kein Hollywood-Begriff, sondern echte, teure Verhärtungen.
Was genau passiert im Rohr?
Stell dir das Rohr wie eine Arterie vor: Flüssiges Fett härtet aus, verengt die Passage und lässt das restliche Abwasser kaum noch durch.

- Langsamere Entwässerung, Gerüche, Rückstau.
- Bakterienwachstum in den Ablagerungen — gesundheitlich problematisch.
- Kalk und Seife reagieren mit Fetten und bilden zähe Krusten.
Motoröl vs. Speiseöl — Unterschiede, die wichtig sind
Viele verwechseln: Gebrauchte Motoröle sind giftig und gehören auf den Wertstoffhof oder zurück zur Werkstatt. Speiseöle sind „nur“ verstopfungsfördernd, aber keinesfalls in den Ausguss.
- Motoröl: Schadstoff, darf niemals in die Umwelt. Rückgabe an Werkstatt oder kommunale Schadstoffannahme.
- Speiseöl: Entsorgung in dichtem Behälter, nicht in Biotonne. Nicht in die Regenrinne.
Konkrete, sofort umsetzbare Hacks (die wirklich funktionieren)
Viele übersehen einfache Schritte, die in Deutschland leicht umsetzbar sind — ich nutze sie selbst in der Küche.
- Sofort nach dem Braten: Öl mit Papierhandtuch auswischen, nicht ins Spülbecken gießen.
- Kleine Mengen: In ein Glas oder leere PET-Flasche abkühlen lassen, verschließen und in den Restmüll (Restmülltonne) geben — je nach Gemeinde. Frage kurz bei deinem Wertstoffhof nach.
- Größere Mengen: In ein Schraubglas füllen und zum Wertstoffhof oder zur kommunalen Schadstoffsammlung bringen.
- Motoröl: Zurück zur Werkstatt oder zu einer Altölannahme bringen — oft kostenlos bei Autowerkstätten oder kommunalen Sammelstellen.
Ein Life-hack für faule Köche
Wenn du Ölreste schnell entsorgen willst: Streu gebrauchte Kaffeesatz oder Katzenstreu in die Pfanne, zieh das Fett mit Küchenpapier auf und entsorge beides im Restmüll. Funktioniert in meiner WG seit Jahren.
Was Klempner tun — und warum das teuer wird
Wenn die Verstopfung erst besteht, hilft oft nur noch mechanische Reinigung oder sogar Aufgraben. Das kostet Zeit, Material und Nerven.

- Rohrreinigung mit Spirale oder Hochdruck: 100–300 € bei der kleinen Aktion.
- Kompletter Austausch beschädigter Rohrabschnitte: mehrere hundert bis tausend Euro.
- Haftung: In Mietshäusern können Gemeinschaftskosten entstehen — du willst nicht der Grund dafür sein.
So erkennst du frühe Warnsignale
Reagier schnell, bevor der Monteur klingelt:
- Wasser läuft langsamer ab als sonst.
- Geruch aus dem Abfluss nach Frittiertem oder gammelndem Fett.
- Kein freier Siphonfluss — stehendes Wasser in der Spüle.
Und noch ein Tipp für umweltbewusste Haushalte
Viele Kommunen in Deutschland bieten Info-Seiten zur Ölentsorgung (Stichworte: Wertstoffhof, Schadstoffmobil). Schau auf der Website deiner Stadt (z. B. „Stadt München Wertstoffhof“ oder „Bürgerinfo Berlin“) nach — häufig gibt es kostenlose Sammelaktionen.
Merke: Ein bisschen Bequemlichkeit in der Küche kann später richtig teuer werden.
Und jetzt für dich: Hast du schon einmal Öl in den Ausguss gekippt — oder eine kreative Methode zur Entsorgung, die funktioniert? Schreib es in die Kommentare, andere Leser (und dein Klempner) werden es dir danken.









