Du entdeckst jeden Winter dunkle Ränder in der Ecke hinter dem Schrank? Schimmel kommt schnell, riecht schlecht und kostet Nerven — und manchmal auch die Kaution. Lies das jetzt, weil ich diesen einfachen Trick in einer Altbauwohnung in Berlin getestet habe und die Ergebnisse überraschend waren.
Viele übersehen diesen Klassiker: Zeitungspapier. Es ist billig, überall verfügbar und kann kurzfristig helfen — aber nicht immer. Ich erkläre dir, wie, wann und vor allem warum.
Warum Zeitungspapier oft wirkt
Zeitungspapier saugt Kondenswasser, bevor sich die Feuchtigkeit an der Wand sammelt. Es nimmt kleine Mengen auf und gibt sie an die Raumluft ab, wenn die Ecke wieder trockener wird.
Es reduziert kurzzeitig die direkte Feuchte an der Wand und senkt so die Chance, dass Sporen eine nasse Oberfläche finden, um sich zu vermehren.
Bildlich gesprochen: Zeitungspapier funktioniert wie ein temporärer Feuchtigkeits-Puffer — ähnlich einem Papiertuch, nur großflächiger und günstiger.

Wie ich es ausprobiert habe
In meiner Praxis war die Ecke neben dem Fenster im Schlafzimmer des Altbaus das Problem: kalte Mauern, unregelmäßiges Heizen, und Abstellregeln, die das Lüften erschweren.
Ich legte täglich gefaltete Zeitungsseiten an die Wand, wechselte sie morgens und abends und filmte sichtbar weniger Feuchtigkeitsperlen nach zwei Wochen. Der Geruch ging zurück, die dunklen Flecken blasser.
Wichtig: Das war eine punktuelle Lösung, kein Ersatz für richtige Entfeuchtung oder Sanierung.

Schritt-für-Schritt: So machst du es richtig
- Hole reine Zeitungspapiere (keine Hochglanz-Prospekte). In Deutschland findest du genug Altpapier in Briefkästen oder beim Nachbarn.
- Falte 3–5 Lagen und lege sie an die feuchte Stelle — direkt an, aber ohne die Tapete zu beschädigen.
- Wechsel das Papier mindestens einmal täglich. Wenn es klatschnass ist: sofort austauschen.
- Entsorge das nasse Papier im Altpapier; lass es nicht schimmeln, sonst machst du das Problem größer.
- Parallel: Stoßlüften (Fenster weit öffnen für 5–10 Minuten) und moderate Heizung (in Deutschland oft 16–20 °C in Wohnräumen) beibehalten.
Ein kleiner Extra-Tipp: Stecke Zeitungspapier in Baumwollsocken für enge Ecken — das ist flexibler und du kannst es leichter herausziehen.
Wann Zeitungspapier nicht reicht
- Großflächiger Schimmel oder schwarze, samtige Beläge — dann brauchst du Fachleute.
- Innenliegende Wände mit Baumängeln (undichte Dämmung oder Risse) — Vermieter kontaktieren, Mieterschutz in Deutschland kann helfen.
- Allergien oder Atembeschwerden bei Bewohnern — sofort Profi und Arzt einschalten.
- Wenn die Zeitung nach kurzer Zeit wieder nass wird — Hinweis auf zu hohe Luftfeuchte oder Wärmebrücke.
Wenn du mehr als nur punktweise Feuchte hast, ist das kein DIY-Job mehr. Dann folgen oft teure Sanierungen, und das Hinauszögern schadet Gesundheit und Geldbeutel.
Spezielle Tricks für deutsche Wohnungen
- Im Winter: Stoßlüften statt Dauerkipp — in deutschen Altbauten besonders effektiv.
- Günstige Hygrometer (ab ~5–15 € bei Amazon, Conrad oder MediaMarkt) zeigen, ob du konstant über 60% Luftfeuchte liegst.
- Feuchtigkeitsbeutel aus Drogerien (dm, Rossmann) sind praktisch für Schränke und kosten meist unter 5 €.
- Bauhaus, OBI oder Lidl haben saisonal kleine Elektro-Entfeuchter für günstige Preise — lohnenswert bei dauerhaft feuchten Zimmern.
Fazit: Wann du Zeitungspapier nutzen solltest — und wann nicht
Der Zeitungstrick ist ein schneller, kostengünstiger Notfall-Hack: gut für punktuelle, leichte Feuchtigkeit und als Erste-Hilfe-Maßnahme. Er ist kein Ersatz für richtige Lüftung, Heizung oder bauliche Maßnahmen.
Zum Schluss: Hast du das schon mal ausprobiert? Wo in deiner Wohnung tritt bei dir Schimmel am häufigsten auf — Fensterbank, Ecke hinterm Schrank oder in der Abstellkammer? Teile deine Erfahrung unten.









