Deine Balkon-Tomaten hängen schlapp, und der nächste Wochenendtrip steht an? Ich kenne das: In heißen Juli-Wochen reicht ein Vergessen, und die Pflanzen sind dahin. Lies das jetzt – denn für wenig Geld lässt sich eine zuverlässige, automatische Bewässerung bauen, die Wochenend-Abwesenheiten und Hitzetage übersteht.
Warum das bei vielen nicht funktioniert
Ich habe oft gesehen, wie DIY-Gieß-Systeme aus Plastikflaschen am Anfang prima laufen – und dann plötzlich aufhören. Meistens liegt es nicht an der Idee, sondern an Kleinigkeiten.
- Zu große oder zu kleine Löcher: Entweder läuft das Wasser in Minuten weg oder es tropft gar nicht.
- Falscher Standort: Sonne erhitzt das Wasser, Algen bilden sich.
- Pfand-Fauxpas: In Deutschland hat fast jede PET-Flasche Pfand – benutze am besten leere Pfandflaschen, die du ohnehin schon hast.
Was du brauchst (für ~2 €)
Minimal, lokal erhältlich in Aldi, Lidl oder beim Drogeriemarkt:
- 1–2 PET-Flaschen (0,5–1,5 l) – oft kostenlos, wenn du Leergut verwendest
- Nadel oder erhitzte Schraube zum Löcher machen (kostenlos, Hausmittel)
- Stück Baumwollstoff oder Docht (z. B. aus altem T‑Shirt) – billig oder gratis
- Ggf. Klebeband oder Isolierband
Wenn du Werkzeug wie Bohrer oder Akkuschrauber schon hast, kommst du leicht unter 2 €.
Warum genau diese Teile?
Die PET-Flasche ist der Wassertank. Der Docht reguliert den Fluss, ähnlich wie ein kleiner Wasserhahn – nur still und ohne Strom. In meiner Praxis funktioniert diese Kombination am zuverlässigsten.

Schritt-für-Schritt: Die einfache Docht-Methode
Das ist die Variante, die ich im Alltag am meisten benutze: stabil, wartungsarm, kinderleicht nachzubauen.
- Flasche säubern und Etikett entfernen.
- Deckel abschrauben. Durch eine Nadel ein kleines Loch in die Mitte bohren (oder erhitze eine Schraube und steche ein Loch).
- Fädle einen Baumwollstreifen (Docht) durch das Loch – auf der Innenseite der Flasche sollte etwa 1 cm Stoff hängen, auf der Außenseite hängt der Rest in die Erde.
- Flasche füllen, schnell zuschrauben und verkehrt herum in den Blumentopf stecken (Hals leicht in die Erde drücken).
- Optional: Ein kleines Loch seitlich in den Flaschenschaft sticht, um Luft reinzulassen – so läuft das Wasser gleichmäßiger.
Wichtig: Teste die Tropfgeschwindigkeit über 24 Stunden, bevor du verreist. Manche Pflanzen brauchen mehr, manche weniger.
Tipps, damit es wirklich klappt
- Für stark saugende Erde: größere Dochtfläche (doppelt gelegter Stoff).
- Bei schneller Wasserabgabe: verkleinere das Loch oder verwende dünneren Docht.
- Wenn Algen auftreten: Flasche lichtgeschützt lagern oder dunkle PET-Flaschen benutzen.
- Für Balkonkästen: mehrere kleine Flaschen entlang der Reihe verteilen, statt einer großen in der Mitte.
- Regen und Temperaturen in Deutschland beachten: Im Hochsommer mehr Füllungen; bei kühlem Wetter seltener.
Häufige Probleme & schnelle Lösungen
- Kein Wasserfluss? → Docht prüfen, eventuell neu anfeuchten oder Loch vergrößern.
- Wasser läuft zu schnell? → Docht dicker machen oder Flasche weiter einschieben (mehr Druck).
- Verstopfung durch Erde? → Flaschenhals mit einem kleinen Tuch umwickeln, damit Erde nicht einsinkt.
Wenn du etwas mehr investieren willst
Für rund 5–10 € gibt es im Baumarkt (OBI, Bauhaus) Tropfer oder kleine Bewässerungstropfen, die die Präzision verbessern. Aber mal ehrlich: Für Balkon, Kräuter oder einzelne Tomatenstöcke reichen die Flaschen meistens völlig aus.

Meine Erfahrung nach mehreren Sommern
Ich habe diese Methode auf dem Balkon und in Hochbeeten getestet. Was mich überrascht hat: Pflanzen reagieren ruhiger auf regelmäßige Tropfen als auf wöchentliches Schwallgießen. Die Pflanzen bleiben kräftiger, und du sparst Wasser.
Aber da ist ein Haken: Bei starkem Wind kippen leichte Flaschen leicht um. Ich befestige sie jetzt mit einem kleinen Hering oder stecke sie tiefer in die Erde.
Quick Hacks, die kaum jemand nutzt
- Nutze leere Saftflaschen mit breiter Öffnung und einen Kaffeefilter als Vorfilter gegen Erde.
- Stapele mehrere Flaschen für längere Abwesenheit: eine große Flasche als Reservoir, mehrere kleine als Abgabepunkte.
- Pfandflaschen nutzen: Nach Nutzung zurückgeben und Ersatzflaschen aus dem Pfandgeld kaufen.
By the way: Es funktioniert ähnlich wie ein Tropfkaffee – nur dass die Pflanze langsam „getrunken“ wird statt auf einmal zu ertrinken.
Fazit
Für sehr wenig Geld bekommst du eine flexible, wartungsarme Lösung, die in deutschen Sommern oft besser ist als das ständige Gießen mit der Gießkanne. Ich habe Pflanzen gesehen, die von dieser simplen Methode profitiert haben.
Probier es aus: Welche Pflanze würdest du zuerst mit Flaschenbewässerung testen? Schreib’s in die Kommentare – ich bin neugierig auf deine Erfahrungen.









