Du entdeckst einen frischen Kratzer im Laminat und denkst schon an teure Reparatursets oder neue Dielen. Ich kenne das Gefühl — ein Echo von Ärger, wenn Besuch kommt oder du die Wohnung verkaufen willst. Lies weiter, denn ich habe das mit Alltags-Zahnpasta ausprobiert und zeige dir, wann es wirklich hilft — und wann du lieber zum Baumarkt musst.
Warum viele diesen Hausmittel‑Trick unterschätzen
Ich habe es in meiner Praxis immer wieder gesehen: Leute greifen zu teuren Reparaturkits, obwohl ein einfacher Trick für leichte Kratzer reicht. Viele übersehen: Nicht jede Zahnpasta ist gleich. Die richtige Sorte kann Kratzer optisch kaschieren — in Sekunden.
Was Zahnpasta tatsächlich bewirkt
Zahnpasta wirkt wie ein sehr mildes Poliermittel. Bei feinen, oberflächlichen Kratzern kann sie die Kanten glätten und den Kontrast zum restlichen Laminat reduzieren. Denk an einen Kaffeefilter: Er nimmt nur das Wegwerfbare auf — hier nimmt die Paste nur die winzigen Unebenheiten.

- Zahnpasta füllt Mikroritzen leicht auf und poliert die Kante.
- Bei glänzendem Laminat entsteht manchmal ein kurzzeitiger Glanzunterschied.
- Bei tieferen Kratzern oder abgezogenem Dekor hilft Zahnpasta nicht.
Wann es nicht funktioniert (und ich dich warnen muss)
Ich war einmal zu optimistisch: Bei einem tiefen Schnitt sah die Stelle danach schlimmer aus. Deshalb die klare Regel: Teste zuerst in einer unauffälligen Ecke.
- Kein Erfolg bei tieferen Rissen oder wenn das Dekor fehlt.
- Mattes Laminat kann ungleichmäßig glänzen — Vorsicht bei dunklen Farbtönen.
- Keine abrasive Whitening‑Paste verwenden; die zerstört die Schutzschicht.
Schritt‑für‑Schritt: Der 2‑Minuten‑Hack
Ich habe das in meiner Küche getestet — echte Situation, echte Fehler. So geht’s schnell und sicher:
- Was du brauchst: weiße, nicht‑gelige Zahnpasta (keine Whitening), ein weiches Tuch oder Wattestäbchen, lauwarmes Wasser, optional etwas Olivenöl.
- 1. Fläche reinigen: Mit einem feuchten Tuch Staub und Schmutz entfernen, trocknen lassen.
- 2. Testpunkt: Kleine Menge Zahnpasta an einer unauffälligen Stelle auftragen und 10 Sekunden reiben.
- 3. Anwenden: Erbsengroße Menge auf den Kratzer, mit dem Wattestäbchen oder Tuch in kreisenden Bewegungen 60–90 Sekunden leicht polieren.
- 4. Abwischen: Mit feuchtem Tuch restliche Paste entfernen, trockenreiben.
- 5. Finish (optional): Ein paar Tropfen Olivenöl auftragen und einpolieren, wenn die Stelle matt erscheint — das harmonisiert den Glanz.
Das Ergebnis: Bei feinen Kratzern sieht man oft sofort weniger — manchmal ist der Kratzer fast weg, manchmal nur deutlich abgeschwächt.

Tipps aus meiner Praxis — damit du keinen Fehler machst
- Kauf Zahnpasta bei dm, Rossmann oder im Supermarkt — kostet unter 2 € und reicht.
- Wenn du in einer Mietwohnung in Deutschland lebst: Vor einer Wohnungsübergabe lieber das Vermieteranschreiben checken — tiefe Schäden melden.
- Für größere Schäden: Reparaturstifte oder Holz‑/Laminat‑Reparatursets aus OBI, Hornbach oder Bauhaus (ab ~6–12 €).
- Im Winter: Trockene Heizungsluft macht Kunststoffbeläge etwas spröder — sei vorsichtiger mit Druck.
- Dokumentiere vor/nach Fotos, falls du die Methode bei einer Wohnungsübergabe benutzt.
Eine Nuance, die viele vergessen
Die Paste kaschiert nur; sie ersetzt keinen echten Austausch. Wenn du auf Hochglanz‑IKEA‑Laminat einen Punkt mit Zahnpasta behandelst, kann der Bereich kurzzeitig heller erscheinen. Ich habe das in der Praxis oft genug gesehen — also immer klein testen.
Alternativen, falls die Zahnpasta versagt
- Farbauffüllstifte für Laminat (passende Farbtöne im Baumarkt).
- Spachtelmasse für Laminat‑Reparaturen für tiefe Kratzer.
- Bei teurem Echtholz: lieber Fachmann kommen lassen.
Ich war überrascht, wie oft dieser einfache Trick funktioniert hat — und wie oft er eben nicht reicht. Aber für den schnellen Erste‑Hilfe‑Moment bei Besuch ist es ein echter Rettungsanker.
Probier es aus und sag mir: Hat die Zahnpasta bei dir geholfen oder hast du eine bessere Methode?









