Jeden Frühling dieselbe Wut: Grün zwischen den Platten, trotz Stunden Ziehen und Schrubben. Ich habe ausprobiert, was Nachbarn empfehlen — und bin auf etwas gestoßen, das schnell wirkt, aber auch langfristig Ärger bringen kann.
Wenn Sie jetzt handeln, können Sie das Gröbste in Tagen wegkriegen. Lesen Sie weiter, wenn Sie wissen wollen, wie Salz wirklich wirkt, wie ich es punktgenau einsetze und wann Sie besser die Finger davon lassen sollten.
Warum der Tipp mit Salz überall auftaucht
Viele nutzen Salz, weil es billig ist (Rewe, Lidl; grobes Salz gibt’s schon für wenige Euro) und sofort sichtbar wirkt. Ich habe beobachtet, wie ein Nachbar binnen zwei Tagen braune Stellen hatte — verblüffend schnell.
Aber Vorsicht: Was schnell aussieht wie Erfolg, kann Ihnen später die Erde, Pflanztöpfe oder Fliesen ruinieren.

Wie Salz Unkraut wirklich tötet
Chemie ohne Latein: kurz erklärt
Salz entzieht Pflanzen Wasser und stört den Nährstoffhaushalt der Wurzeln. Stellen Sie sich vor, die Wurzel wird in eine trocknende Sahne gelegt — sie vertrocknet.
- Salz in hoher Konzentration ist effektiv gegen oberflächliches Unkraut.
- Es bleibt im Boden und kann dort jahrelang aktiv bleiben.
- Auf Beton oder Naturstein kann Salz Flecken oder Korrosion an austretenden Metallteilen verursachen.
Praktische Anleitung: So wende ich Salz punktuell an (für Risse und Platten)
Wenn Sie Salz nutzen wollen, tun Sie es gezielt. Ich erkläre meine Methode, die Wirkung maximiert und Schaden minimiert.
- Materialien: grobes Speisesalz (200–350 g/L bei Lösung), Gießkanne oder Sprühflasche, Einmalhandschuhe, Pappe/Plaste als Schutz, kleine Bürste.
- Tag wählen: sonnig und windstill — Salz wirkt besser, wenn die Mischung schnell trocknen kann.
- Vorbereitung: Entfernen Sie große Pflanzenteile manuell. Legen Sie Schutz unter angrenzende Töpfe oder Pflanzen.
- Anmischen (Variante ohne Essig): 250 g Salz in 1 Liter warmem Wasser auflösen; 1 Teelöffel Spülmittel dazu, damit die Lösung an Blättern haftet.
- Anwendung: Gezielt in die Risse oder direkt auf das Unkraut gießen/sprühen — vermeiden Sie Spritzer auf Blumen oder Erde in Töpfen.
- Warten: 48–72 Stunden beobachten. Tote Pflanzenreste entfernen, bevor Vögel/Haustiere daran kommen.
- Nachsorge: Wenn Sie später wieder bepflanzen wollen, müssen Sie den Boden austauschen oder tief auswaschen — sonst keimt wenig.
Life‑Hack: Für enge Fugen streue ich trockenes Salz direkt in die Ritze, klopfe es mit der Bürste hinein und fege Überschuss weg. Kein Risiko, dass die Lösung abläuft und Nachbarpflanzen trifft.
Was viele übersehen (und ich fast gelernt hätte auf die harte Tour)
- Salz bleibt: In Blumenerde ist es ein Todesurteil auf Dauer — die Erde ist dann praktisch nutzlos.
- Korrosion: Metallmöbel, Balkonabläufe und C-Stahl können angegriffen werden.
- Haustiere und Kinder: Salz wirkt reizend; verhindern Sie Kontakt mit behandelten Flächen.
- Hausrecht: Auf Gemeinschaftsflächen oder Mieters Balkon zuerst mit Vermieter/Hausverwaltung sprechen.

Bessere Alternativen, wenn Sie Erde und Nachbarn schonen wollen
- Heißes Wasser: Einfach, sofort wirksam bei jungen Keimlingen — kein Rückstand.
- Unkrautbrenner (bei trockenem Wetter, aus Baumarkt: Bauhaus, Hornbach, OBI) — schnell und ohne Chemie.
- Mechanisch + Abdecken: Unkraut rausziehen und Fugen mit Quarzsand oder Fugensand auffüllen.
- Abdeckungen: Unkrautvlies oder dünne Terrassenplatten verhindern Neubefall langfristig.
Regionale Hinweise für Deutschland
In deutschen Wohnanlagen kann das Ausbringen von Salz als „Verunreinigung“ angesehen werden — sprechen Sie mit der Hausverwaltung. Bei Starkregen gelangt Salz in den Kanal; das mögen manche Wohnungsbaugesellschaften nicht.
Für Werkzeuge/Alternativen schauen Sie bei Hornbach, OBI oder lokalen Gärtnereien. Grobes Salz gibt’s günstig bei Rewe, Aldi oder Lidl.
Mein Fazit nach eigenen Tests
Salz tötet zuverlässig und schnell — aber es ist ein scharfes Schwert. Ich benutze es nur punktuell für feste Plattenfugen, nie in Blumenerde. Wenn Sie langfristig bepflanzen wollen, entscheiden Sie sich besser für mechanische Methoden oder thermische Geräte.
Probieren Sie es gern auf einer kleinen Fläche. Erzählen Sie dann: Haben Sie Spuren auf Fliesen gesehen, oder hat es ohne Nebenwirkungen funktioniert?









