Du siehst plötzlich diesen fiesen Kratzer auf dem Laminat und überlegst: Zahnpasta drauf – fertig. Ich habe das auch gedacht, bis ich es ausprobierte und gelernt habe, warum Handwerker anders vorgehen. Lies das jetzt, bevor du mit der falschen Paste loslegst.
Warum Zahnpasta oft nicht die Lösung ist
Viele DIY-Videos zeigen weißen Klecks auf dem Kratzer und ein „Wegwischen“ — das sieht toll aus. In meiner Praxis stellte sich schnell heraus: oft handelt es sich um optische Täuschung oder kurzfristiges Verfärben.
Vorsicht: Zahnpasta mit Schleifpartikeln (Whitening) kann die Oberfläche mattieren oder den Lack beschädigen. Du willst nicht, dass dein Laminat nach der Reparatur schlimmer aussieht als vorher.
Was Zahnpasta wirklich tut
- Füllt sehr feine, oberflächliche Kratzer minimal auf — meist nur optisch.
- Greift Oberflächenbeschichtungen an, wenn sie scheuernde Inhaltsstoffe enthält.
- Hält selten länger als ein paar Tage bis Wochen.

Der Handwerker-Trick, den ich getestet habe
In Werkstätten nutzen Profis keine Zahnpasta. Sie greifen zu kleinen, günstigen Tools, die den Laminat-Farbton treffen und die Oberfläche schützen.
- Möbelstifte (Kratzerstifte) – farblich anpassbar, simple Anwendung.
- Wachskitt oder Reparaturwachs – für tiefere Kerben sehr praktisch.
- Feiner Möbelmarker + Klarlack – wenn’s hinterher glänzen soll.
Warum das besser ist
Weil diese Produkte speziell für Holz- und Laminatoberflächen gedacht sind: sie färben, füllen und schützen. In Deutschland bekommst du sie bei OBI, Hornbach oder Bauhaus; oft schon für unter 10 €.
Schnelle DIY-Anleitung: Kleiner Kratzer in 5 Schritten
Das ist mein Standard-Vorgehen für dünne, sichtbare Kratzer. Einfach, schnell und in den meisten Fällen dauerhaft besser als Zahnpasta.
- Reinigen: Fläche mit einem weichen, leicht feuchten Tuch säubern und gut trocknen lassen.
- Testen: Farbe des Möbelstifts an einer unauffälligen Stelle prüfen.
- Auftragen: Den Stift vorsichtig in Richtung Kratzer führen, nicht quer.
- Glätten: Mit einem weichen Tuch überschüssige Farbe wegwischen und leicht polieren.
- Versiegeln (optional): Einen Tropfen Klarlack oder Bodensealer auftragen, wenn du Glanz und Schutz willst.
Übrigens: Für dunkle Laminatfarben funktionieren braune Wachskits besser; für helle Böden ein heller Möbelstift.

Wenn’s ernster ist: Profi-Methoden
Bei tiefen Kratzern, auf stark beanspruchten Flächen oder wenn mehrere Stellen betroffen sind, reicht ein Stift nicht.
- Wachsfiller in Stäben aus dem Baumarkt: erhitzen, in die Kerbe drücken, glattstreichen.
- Teilweiser Austausch der Laminatlamelle: echte Renovation, aber dauerhaft.
- Ggf. Hilfe vom Handwerker: kostet in Deutschland meist zwischen 50–150 € je nach Aufwand.
Wo du die richtigen Produkte findest
In deutschen Baumärkten wie OBI, Hornbach oder Bauhaus findest du Auswahl und Beratung. Für günstige Sets schau bei Lidl/Aldi-Aktionen oder online bei Amazon und eBay. Kleinere Reparaturkits kosten oft 5–15 €.
Das Fazit – kurz und nützlich
Zahnpasta ist kein Verbot — sie kann kurzfristig kaschieren. Für echten, dauerhaften Erfolg greif zu Möbelstift, Wachs oder Reparaturset. Das ist günstiger als ein Austausch und sieht hinterher deutlich besser aus.
Was hast du zuletzt gegen Kratzer probiert — hat’s geholfen oder wurde es nur schlimmer? Schreib’s unten, ich bin neugierig auf eure Erfahrungen.









