Wasser steht im Untersetzer und Deine Pflanze sieht müde aus? Staunässe tötet mehr Pflanzen als Schädlinge — und das passiert schneller, als Du denkst. Lies das jetzt, wenn Du Zimmerpflanzen, Balkonkästen oder Kräuter in Deutschland hast: mit wenigen Seiten Zeitung kannst Du vielen Problemen vorbeugen.
Warum Staunässe so heimtückisch ist
Zu viel Wasser erstickt die Wurzeln: Sauerstoff fehlt, Pilze und Wurzelfäule setzen ein. Besonders in unseren feuchten Wintern und kalten Frühjahren bleiben Balkontöpfe oft länger nass.
Ich habe bemerkt, dass Pflanzen in schlecht drainierten Blumenkästen innerhalb von Wochen schlapp werden — selbst wenn die Erde an der Oberfläche trocken wirkt. Staunässe beginnt meist unsichtbar unter der Oberfläche.
Warum Zeitungspapier manchmal besser ist als Kies
Zeitungspapier fungiert als einfacher Filter: Es hält Erde zurück, lässt Wasser langsam durch und saugt überschüssige Feuchte etwas auf — ähnlich einem Kaffeefilter, nur für Erde und Wasser.
- Es verhindert, dass Erde die Abflusslöcher verklebt.
- Es verbessert den Durchfluss, ohne das Wasser komplett zu stauen.
- Es ist gratis oder kostengünstig und biologisch abbaubar.
Aber: Nicht alle Papiere sind gleich. Keine glänzenden Prospekte oder mehrfach beschichtete Seiten verwenden — die enthalten oft Farben und Beschichtungen, die Du nicht in Deiner Erde haben willst.

Schritt-für-Schritt: Zeitungspapier richtig unter die Pflanze legen
In meiner Praxis mit Zimmerpflanzen und Balkonkästen in Hamburg habe ich folgende Methode mehrfach getestet — sie ist simpel, effektiv und schnell:
- Schritt 1: Schneide 2–3 Seiten einer Tageszeitung zurecht. Verwende normale schwarz-weiß Seiten, keine Hochglanzbeilagen.
- Schritt 2: Zerknülle die Seiten locker — nicht zu fest, damit Luft- und Wasserwege bleiben.
- Schritt 3: Lege die geknüllten Seiten als erste Schicht in den Topf, aber nie die Abflusslöcher vollständig verschließen. Lass kleine Kanäle frei.
- Schritt 4: Optional: 1–2 cm grober Kies oder Blumensplitt auf die Zeitung, wenn Du eine zusätzliche Drainageschicht möchtest (in Baumärkten wie OBI, Hornbach oder Bauhaus ab ca. 2–5 € pro Sack erhältlich).
- Schritt 5: Fülle Pflanzerde ein, setze die Pflanze und gieße vorsichtig an.
- Schritt 6: Überprüfe nach dem ersten Gießen den Ablauf — das Wasser sollte relativ frei abfließen, die Erde aber nicht wie ein Abflussrohr ausgespült werden.
Warum diese Reihenfolge Sinn macht
Die Zeitung fängt feine Erdepartikel, verhindert Lochverstopfung und wirkt wie ein dünner Schwamm, der Spitzenfeuchte puffert. Bei Bedarf zersetzt sie sich und verbessert die Bodenstruktur leicht.
Fehler, die viele machen
- Zeitung zu fest stopfen — dann wirkt sie wie ein Stopfen und staut Wasser.
- Glanzprospekte nutzen — Chemikalien können in die Erde gelangen.
- Sich nur auf Zeitung verlassen — gute Erde, Perlite oder Kokosfaser sind weiterhin wichtig.
- Pots ohne echte Drainage verwenden — selbst mit Zeitung kommt kein Wasser weg, wenn der Topf dicht ist.
Praktischer Hack für faule Gärtner
Keine Lust auf viel Aufwand? Mach’s so:

- Einfach eine einzelne, leicht angefeuchtete Zeitungsseite in den Topf legen, grob knüllen — das reduziert sofort die Gefahr, dass Erde die Löcher verstopft.
- Für Balkonkästen im Freien lege die Zeitung nur in der Vegetationsperiode; bei Frost entferne sie, weil gefrierendes Wasser die Papierstruktur beschädigen kann.
- Wenn Du LECA (Blähton) benutzt: erst eine dünne Zeitungs-Schicht, dann LECA — so bleibt das Substrat sauberer.
Meine überraschende Beobachtung
Ich war überrascht: Nach dem Umsetzen meiner Kräuter ins neue System mit Zeitung sank die Häufigkeit von übergossenem Substrat und die Pflanzen wirkten binnen zwei Wochen vitaler. In Deutschland, wo viele Wohnungen im Winter etwas kühler und feuchter sind, hat das echt geholfen.
Kurz und knapp — was Du jetzt tun solltest
- Nutze normale Zeitungsseiten, keine Glanzprospekte.
- Knülle locker, verschließe Abflusslöcher nicht.
- Kombiniere mit gutem Substrat und optional Kies/LECA.
- Bei Balkonkästen in frostigen Regionen Zeitung im Winter entfernen.
By the way: In deutschen Baumärkten und Gartencentern (z. B. Dehner, OBI, Hornbach) findest Du preiswerte Erde und Leichtmaterialien, die perfekt mit der Zeitungslösung zusammenspielen.
Ein letzter Tipp: Markiere Töpfe, bei denen Du Zeitung benutzt hast — nach ein paar Monaten ist die Schicht zersetzt und Du solltest beim Umtopfen den Zustand prüfen.
Kurz gesagt: Zeitung ist kein Wundermittel, aber ein günstiger, nachhaltiger Helfer gegen Staunässe — wenn Du es richtig anwendest.
Welche Methode nutzt Du gegen Staunässe — Zeitung, Kies oder doch lieber Blähton? Teile Deine Erfahrung unten.









